Freuen sich über die Zertifizierungen im Selbstorganisierten Lernen am Reckenberg Berufskolleg, v.l. Abteilungsleitung Bildung Kreis Gütersloh Thomas Becker, Schulleiterin Elke Brost, Geschäftsführer und Gründer des SOL-Instituts Dr. Martin Herold, Pädagogin und Lernmasterin Stefanie Weimann und Pädagogin und Innomasterin Fabiola Linnenberg-Masi.
Freuen sich über die Zertifizierungen im Selbstorganisierten Lernen am Reckenberg Berufskolleg, v.l. Abteilungsleitung Bildung Kreis Gütersloh Thomas Becker, Schulleiterin Elke Brost, Geschäftsführer und Gründer des SOL-Instituts Dr. Martin Herold, Pädagogin und Lernmasterin Stefanie Weimann und Pädagogin und Innomasterin Fabiola Linnenberg-Masi.

Erfolgreiches Audit im Selbstorganisierten Lernen am Reckenberg Berufskolleg

Das Reckenberg Berufskolleg in Rheda-Wiedenbrück denkt Lernen neu: Zwei engagierte Pädagoginnen wurden kürzlich mit zwei Master-Zertifikaten ausgezeichnet, nachdem sie ein über sechs Monate dauerndes, umfangreiches pädagogisches Audit am Institut für Selbstorganisiertes Lernen (SOL-Institut) erfolgreich durchlaufen hatten. Damit hat das Berufskolleg einen weiteren Schritt hin zu einer Lernform genommen, die die besonderen Bedürfnisse und Anforderungen jedes einzelnen Lernenden berücksichtigt.

Studiendirektorin Fabiola Linnenberg-Masi, die am Reckenberg Berufskolleg den Abteilungsbereich Gesundheit & Soziales verantwortet, hat berufsbegleitend die Ausbildung zum Innomaster absolviert. Zum Lernmaster hat sich Oberstudienrätin Stefanie Weimann, Bildungsgangleitung der Fachoberschule für Gesundheit & Soziales, ebenfalls berufsbegleitend, weitergebildet. Die Schluss-Audits wurden von Dr. Martin Herold, Geschäftsführer am SOL-Institut, dem Schulleitungs-Team Elke Brost und Jens Rybak sowie Kollegen/innen und externen Gästen begleitet. Unter ihnen war auch als Vertreter des Schulträgers Thomas Becker, Leiter der Abteilung Bildung beim Kreis Gütersloh.

Selbstorganisiertes Lernen ist ein Lernprozess, bei dem Lernende die Verantwortung für ihre Bildung selbst übernehmen, indem sie Lernziele festlegen, Lernstrategien auswählen und ihre Fortschritte eigenständig planen, überwachen und bewerten. Lernen wird als eigenständiger fortlaufender Prozess verstanden. In freien Lernphasen finden Schüler/innen eigene Lösungswege und entwickeln Lernstrategien, mit denen die eigenen gesetzten Ziele erreicht werden. Das geschieht in verschiedenen Phasen des Unterrichts, mit einer freieren Stundenplangestaltung; einer lernförderlichen Lernumgebung und mit Hilfe von Kann-Listen. Die Lehrkräfte bieten Orientierung in Input- und Unterrichtsphasen und unterstützen durch ganz individuelle Lern- und Fachberatungen. Sie fungieren als Berater und Begleiter der Lernenden, damit diese ihre eigenen Ziele erreichen können.

Das SOL-Institut mit Sitz im Großraum Stuttgart begleitet über 500 Schulen und Unternehmen im ganzen Bundesgebiet bei der Implementierung von selbstorganisierten Lernprozessen und agilen Organisationsstrukturen. Durch die neue Form des Lernens und Lehrens soll sich eine Kultur der Selbstverantwortung und aktiven Beteiligung der Schüler/innen am eigenen Lernprozess etablieren. Motivationsproblemen kann aktiv begegnet werden und auch die Lehrer/innenrolle ändert sich hin zu einem Lernberater.

Am Reckenberg Berufskolleg haben bereits einige Bildungsgänge die Form des Selbstorganisierten Lernens eingeführt, das nun bereits im dritten Jahr praktiziert wird; über 15 pädagogische Fachkräfte wurden bereits mit Basisqualifizierungen fortgebildet. Die Zusatzausbildung befähigt die beiden Pädagoginnen nun dazu, z.B. selbstorganisierte Lehrer/innen-Teams zu entwickeln und damit qualifiziert Schulentwicklung zu begleiten.

Schulleiterin Elke Brost betonte, dass das Konzept des Selbstorganisierten Lernens bei den sich heute rasant verändernden Lern- und Lehrbedingungen eine adäquate Antwort biete. Schüler/innen seien motivierter und nähmen ihren Lernprozess selber in die Hand. Mit SOL könne auch sehr viel wirkungsvoller auf Herausforderungen wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Unterricht reagiert werden. Auch für Lehrkräfte biete das Konzept ein strukturierteres Arbeiten, denn der neurowissenschaftlich basierte Ansatz fördere Selbstorganisation und systemische Führung auch auf Organisationsebene. So entstünden agile Strukturen und motivierende Teamarbeit.