Erfolgreich ausgebildet in Technik und Sozialwesen
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Ein Malerkoffer voll mit Werkzeug und 18 Glücks-Koffer für die Prüfung

Maler-Azubi Jonas Durek von Sto-Stiftung als bester Berufsschüler geehrt

Rheda-Wiedenbrück. Das Motto „Schnapp Dir’n Koffer“ hat Jonas Durek, Malerazubi im dritten Lehrjahr und Berufsschüler am Reckenberg-Berufskolleg Rheda-Wiedenbrück, eindrucksvoll in die Tat umgesetzt. Der 18-jährige Gütersloher, der seine Ausbildung beim Betrieb Rickmann in Gütersloh absolviert, gewann im Rahmen einer Bestenehrung der Sto-Stiftung einen überaus umfangreich bestückten Werkzeugkoffer.  – Und auch die übrigen Azubis der Maler- und Lackiererzunft gingen nicht leer aus. Für die insgesamt 18 jungen Leute hatten sich die Lehrer/innen etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder erhielt einen kleinen Glückskoffer, der für die bald anstehende Gesellenprüfung aufmuntern und zum Durchhalten aufrufen soll.

Den professionellen Werkzeugkoffer hat Jonas Durek aufgrund seiner guten schulischen Leistung erhalten. Denn auch in diesem Jahr vergibt die gemeinnützige Sto-Stiftung in einem bundesweiten Bestenwettbewerb einhundert hochwertige Werkzeugkoffer inklusive Fachliteratur im Wert von jeweils rund 1.000 Euro an Azubis im Maler- und Lackiererhandwerk in ihrem letzten Ausbildungsjahr. Die Stiftung unterstützt mit dieser Aktion seit rund 20 Jahren talentierte und förderbedürftige Lehrlinge auf dem Weg in die Gesellenprüfung.

Dass das letzte Ausbildungsjahr für alle Berufsschüler aufgrund der Pandemiebedingungen wirklich nicht leicht war, haben besonders die unterrichtenden Lehrer/innen immer wieder gespürt. Klassenlehrerin Iris Marx, die auch die Abteilung Gestaltungstechnik am Reckenberg-Berufskolleg leitet, berichtet: „Auch wenn der Distanz- und Online-Unterricht gut geklappt hat, fehlt der persönliche Austausch zwischen Lehrern und Schülern und natürlich auch der Kontakt der Schüler untereinander, die im Unterricht in Lernsituationen oft gemeinsam an Aufgaben arbeiten.“ Das bestätigen auch Fachlehrerin Iris Jansen in de Wal und René Welbers. Letztgenannter leitet den Bildungsgang der Maler/Lackierer und hatte die Idee zu den kleinen Glückskoffern. Welbers: „Wir hatten unsere Azubis nur einige wenige Male – und dann auch noch in zwei Gruppen getrennt – überhaupt im Präsenzunterricht. Und in den Unterrichtsgesprächen wurde klar, wie sehr die Azubis unter der ungewissen allgemeinen Situation, dem Wechsel von Distanz- und Präsenzunterricht, dem reinen Lernen am Computer leiden und auch Befürchtungen haben, ob sie für die im Mai anstehenden Gesellenprüfungen ausreichend gut vorbereitet sind.“ Denn Unterricht sei eben nicht nur das bloße Vermitteln von Wissen, sondern vor allem auch ein soziales Miteinander und ein Austausch, in dem Fragen, Probleme und alles, was so auf der Seele brennt, besprochen werde. Das könne Online-Unterricht nur sehr bedingt auffangen.

Die derzeit schwierigen Bedingungen kennen auch Schulleiterin Elke Brost sowie die Obermeisterin der Maler-, Lackierer- und Raumausstatter-Innung Anja Nierhoff-Install. „Es ist toll, dass Sie in der Krise durchgehalten haben, denn Sie erlernen einen wichtigen und überaus vielfältigen Beruf“, erklärte Elke Brost. „Mit ihrer soliden Ausbildung sind Sie für den Arbeitsmarkt bestens gerüstet und ich bin mir sicher, dass Ihnen die Arbeit auch künftig nicht ausgehen wird.“ Das betonten auch Obermeisterin Nierhoff-Install sowie der Vertreter des Ausbildungsbetriebs Rickmann aus Gütersloh, Sven Westerhelweg. Gut ausgebildete Maler/innen würden stark nachgefragt, das Handwerk habe – trotz Corona – alle Hände voll zu tun und es sei überaus wichtig, dass die Azubis bald als Gesellen dem Markt zur Verfügung stünden. Und alle an der Ausbildung Beteiligten sprachen den Berufsschülern Mut zu und versicherten, dass sie mit Blick auf die praktischen und theoretischen Prüfungen sehr zuversichtlich seien.

So erhielt jeder Azubi seinen eigenen kleinen Koffer mit süßer Nervennahrung und dem Spruch „Augen auf und durch mit Durchhalte-Additiv, Pfusch-Schutzmittel und Daumen-Drück-Armierung“ – angelehnt an Materialien, mit denen jeder Maler täglich im Beruf zu tun hat.

Und weil der Koffer bei den jungen Malern so gut angekommen ist, bastelten die Lehrer gleich weiter: Auch auf die Fachabiturienten im Bereich Gestaltung, die ebenfalls im Mai in ihre Prüfungen gehen, wartet in der Schule ein „Glüxx-Kit-Päckchen“ mit Glücksklee und Süßigkeiten, das in den nächsten Tagen persönlich überreicht werden soll.

Fotos:

Über einen Maler-Koffer mit wertvollem Inhalt, verliehen für gute schulische Leistungen, freut sich Maler-Azubi im dritten Lehrjahr Jonas Durek (2.v.l.). Dass die Ausbildung und die Vorbereitung auf die Prüfungen – bedingt durch die Corona-Pandemie – nicht einfach sind, wissen auch (v.l.) Sven Westerhelweg (Malerbetrieb Rickmann, Gütersloh und Ausbilder von Jonas Durek), Anja Nierhoff-Install (Obermeisterin der Maler-, Lackierer- und Raumaustatter-Innung Gütersloh), René Welbers (Fachlehrer und Bildungsgangleiter der Maler), Iris Marx (Fachlehrerin und Leiterin der Abteilung Gestaltung) sowie Elke Brost (Schulleiterin Reckenberg-Berufskolleg).

Die ganze Klasse des dritten Lehrjahres im Maler- und Lackiererhandwerk freut sich mit ihrem Kollegen Jonas Durek (Mitte) und den Fachlehrern/lehrerinnen über den Gewinn eines umfangreich bestückten Werkzeugkoffers. Alle bekamen außerdem kleine Glücks-Koffer für die bald anstehende Gesellenprüfung.