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18 Techniker feiern Abschluss

Kreis Gütersloh. 18 Studierende haben jüngst mit bestandenem Fachschulexamen am Reckenberg-Berufskolleg Rheda-Wiedenbrück ihren Abschluss als staatl. geprüfte Techniker und Technikerin der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik erhalten. Mit dem Fachschulexamen in der Tasche arbeiten die Absolventen künftig als Fach- und Führungskräfte in der Industrie, in Planungsbüros für Gebäudetechnik, ausführenden Unternehmen, im Vertrieb oder in Forschung und Entwicklung.  

Es gibt in Deutschland über 80 Fachrichtungen, in denen eine Technikerausbildung absolviert werden kann. Die zweijährige Fachschule für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik gibt es am Reckenberg Berufskolleg bereits seit rund 50 Jahren und sie ist die einzige im Umkreis von rund 100 Kilometern. Die Absolventen haben nach Ausbildung und weiterer Berufserfahrung mit dem nun erworbenen Titel des staatl. geprüfte Techniker-/in und Bachelor Professional in Technik dasselbe Qualifikationsniveau wie ein universitärer Bachelor.

Ihre Abschlussfeier absolvierten die Technikerin und Techniker in der vergangenen Woche bei Temperaturen von 37 Grad – und genau diesen Umstand und die mit einem Klimawandel einhergehenden Herausforderungen griff Studiendirektor und Bildungsgangleiter Lars Düing in seiner Rede auf. Denn allein in den zwei Jahren, in denen die Techniker ihre Weiterbildung am Reckenberg Berufskolleg absolviert haben, gab es sehr weitreichende Entwicklungen, so z.B. Kriege, die zeigen, was Energieabhängigkeit wirklich für Länder wie Deutschland bedeuten kann; Hitzesommer; die EU-Gebäuderichtlinie, bei der alle Gebäude bis 2050 klimaneutral funktionieren müssen. Und wer, so Düing, solle und könne das alles umsetzen? Seine Antwort: „Ihr seid diejenigen, die Heizungsanlagen optimieren, die Lüftungssysteme planen, die Kälteanlagen auf natürliche Kältemittel umrüsten. Ihr seid diejenigen, die dafür sorgen, dass in einem Krankenhaus die Luft sauber ist. Dass in einer Schule die Kinder im Sommer noch denken können. Dass in einem Wohnhaus im Winter niemand friert – und das nur mit einem Bruchteil der Energie, die es früher dafür gebraucht hat. Das ist keine Fachtheorie. Das ist Klimaschutz. Das ist Geopolitik. Das ist Menschenwürde.“ Die zertifizierten Techniker hätten gelernt, in Systemen zu denken. Nicht nur eine Formel oder ein Normblatt reichen – sondern die Fähigkeit, das Ganze zu sehen. Denn das Klima denke in Jahrhunderten. „Die Entscheidungen, die heute getroffen werden – welche Heizung eingebaut wird, welches Lüftungskonzept geplant wird, welche Dämmung gewählt wird – diese Entscheidungen werden Gebäude prägen, die in dreißig, vierzig, fünfzig Jahren noch stehen. Gebäude, in denen Menschen leben werden, die heute noch Kinder sind,“ so der Fachpädagoge weiter. Und deshalb sei dieser Beruf so wichtig und keine bloße Qualifikationsmaßnahme, denn jede Anlage, die geplant würde, sei eine Botschaft an die Zukunft.

Gemeinsam mit den weiteren Bildungsgangverantwortlichen und mitbetreuenden Kolleginnen und Kollegen René Meschede, Wigbert Hamschmidt und Hildegard Stratmann überreichte Bildungsgangleiter Düing die Zeugnisse. Jahrgangsbester ist Eric Bellenhaus. Klassensprecher Janik Scharwei bedankte sich im Namen aller Mitstudierenden bei den Kolleginnen und Kollegen für die lehrreiche, aber auch intensive zweijährige Schulzeit. Er betonte vor allem, dass sich alle Absolventen gegenseitig unterstützt hätten und als Team gut zusammengearbeitet hätten.