Insgesamt 28 Schülerinnen und Schüler des Carl-Miele-Berufskollegs Gütersloh und des Reckenberg Berufskollegs Rheda-Wiedenbrück erlebten kürzlich eine gemeinsame Game-Design-Projektwoche. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler waren von Ablauf, Durchführung und Ergebnissen der schulübergreifenden Gemeinschaftsarbeit begeistert. Auch Lehrer und Schulleitungen überzeugte die Ideenvielfalt und das Engagement der beiden Klassen.
Was passiert, wenn man eine Fachabiturklasse des Schwerpunkts Gestaltung vom Reckenberg Berufskolleg und eine Klasse des beruflichen Gymnasiums für Informatik vom Carl-Miele-Berufskolleg eine Schulwoche lang zusammen tüfteln lässt? – Zunächst einmal ein bunter Ideen-Mix, danach ein gemeinsames und konzentriertes Arbeiten mit ziemlich viel Spaß, bei dem der Schulgong keine große Rolle mehr spielte und durchaus auch am Nachmittag und Abend zuhause weiter gezeichnet und programmiert wurde. In vier verschiedenen Gruppen entstanden so verschiedene Spiele, nachspielbar auf jedem Computer, Tablet oder Smartphone.
Bereits zum dritten Mal führen die beiden Berufskollegs das gemeinsame Game-Design-Projekt nun miteinander durch. Und auch in diesem Jahr waren alle begeistert. Ausgangspunkt und Aufgabenstellung für die Entwicklung der Spiele waren 17 Ziele für weltweite nachhaltige Entwicklung, die die UNO für ihre Agenda 20230 formuliert hat. Dazu gehören z.B. keine Armut, kein Hunger, Gesundheit, weniger Ungleichheit, aber auch Maßnahmen zum Klima- und Naturschutz oder Leben unter Wasser schützen. Die Schülerinnen und Schüler ließen sich von diesen Zielen inspirieren und nach einem Brainstorming entstanden in Gruppenarbeit vier verschiedene Spiele. Sie tragen die Titel Octoblast, BlubBlub, Barrel Busters und Village of Goals. Jede Gruppe erklärte in Kurzpräsentationen, wie sie die Aufgabe angegangen ist, erläuterte Projektplanung, Arbeitsaufteilung und auch die Herausforderungen bei der Realisierung der Spiele. Für die Grafiken, d.h. die Hintergründe, jegliche Figuren und Gegenstände, waren die 13 Fachabiturienten der Gestaltungsklasse zuständig. Die 15 angehenden Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums für Informatik waren für die Animation und das Programmieren verantwortlich. Die Figuren bewegten sich in verschiedenen Umgebungen und konnten verschiedene Level erreichen. Begleitet und unterstützt wurden die jungen Game-Entwickler und –Designer durch ihre jeweiligen Fachlehrpersonen Anna Skorikova (Fachabitur Gestaltung) und Christoph Sondermann (Berufliches Gymnasium Informatik).
Und die Spielideen, die die jungen Tüftler kreierten, können sich wirklich sehen lassen und machen jede Menge Spaß. Davon überzeugten sich auch die beiden Schulleiter der Berufskollegs Elke Brost und Dr. Raphael Wortmann. Mal musste ein Fisch auf seinem Weg durch den Ozean Plastikmüll, alten Schuhen und fiesen Monster-Riesenankern ausweichen. Eine andere Gruppe kreierte gleich eine ganze Reihe von verschiedenen Einzelspielen, in denen unter anderem einem Obdachlosen geholfen wird, an Essbares zu kommen. Müllfressende Männchen sorgten für Ordnung und mit einer Angel wurden verschiedene Sachen eingefangen, die nicht ins Meer gehören. Wenn man allerdings aus Versehen Fische angelt, gab’s Punktabzug.
„Ihr habt in dieser Woche mehr gelernt als im Klassenverband“, stellte Elke Brost (Reckenberg Berufskolleg) fest. Alle Teilnehmenden bekamen Urkunden, die sich sicherlich auch für künftige Bewerbungen gut einsetzen lassen.